zettl

Ausstellung

 

Zettl

1943 geboren am 29. September in Falkenau/Eger
1959–64 Zeichenunterricht bei Ulrich Berkes und Klaus Magnus in Hildburghausen
1961–64 Lehre und Berufsabschluss als Gebrauchswerber
1964–69 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Werner Tübke, Gerhard Kurt Müller und Rolf Kuhrt. Diplom mit Kupferstichfolgen zu Isaak Babel „Die Reiterarmee“ und Theodor Storm „Der Schimmelreiter“
1967 erste intensive Beschäftigung mit dem Kupferstich und Begegnung mit dem Werk von Johannes Wüsten (1896–1943)
seit 1969 freiberuflich tätig
1972 Kupferstichfolge zu Georg Büchner „Lenz“
1976 „Das Lehrblatt“
1981 Arbeitsaufenthalt in der Albrecht-Dürer-Gesellschaft Nürnberg
1986 Kupferstichfolge zu Willibald Pirckheimer „Verteidigungsrede oder Selbstlob der Gicht“ (Auszeichnung „Schhttp://2patrizierhaus.patrizierhaus-meissen.de/wp-admin/edit.phpönste Bücher des Jahres 1988“ DDR)
1988 Kupferstichfolge zu Heinrich Heine „Florentinische Nächte“
1991 Kupferstiche zu Heinrich von Kleist „Das Marionettentheater“
1991 Beginn der Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners, im Ergebnis entstehen 22 Kupferstiche zu den vier Ring-Opern

1994 „S. Ch. Ph. M. Sanguiniker Choleriker Phlegmatiker Melancholie“ auch „Die vier Temperamente“, Kupferstich
1995 „Die Fünf Sinne“, 5 Kupferstiche
1998 Folge von 3 Kupferstichen zu Günter Coufal „Zwei Ziegen“
2001 Folge von Kupferstichen zu Bertolt Brecht „Dreigroschenoper“
2003 Herausgabe des „Druckgraphischen Werkes 1965–2002“ durch den Leipziger Bibliophilen Abend
2006 29 Kupferstiche zu „Faust I“
2009 40 Kupferstiche zu „Faust II“
2010 6 Kupferstiche zu Bertolt Brecht „Kinderkreuzzug 1939“
2011 17 Kupferstiche zu Georg Büchner „Dantons Tod“
2012 Kupferstich zu Carl Orff „Der Mond“

Zahlreiche Preise, unter anderem: Preisträger „100 Ausgewählte Grafiken“ 1981 und 1984; Hauptpreis „Intergrafik 84’“ Berlin; Medaille X. Internationale Biennale des zeitgenössischen Exlibris, Malbork, Polen; 3. Preis „Chronik ’83“, Wettbewerb zur Förderung der „Politischen Grafik“; Preisträger der 3. Print Biennale Varna „85“, Bulgarien; Kunstpreis der Stadt Leipzig 1988; Preisträger „Premio Internazionale Biella per l’Incisione“ 1988; Grafikpreis der Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg, 3. Preis 1991; Hans-Meid-Preis für Buchillustration 1996; Ehrendiplom „V. Biennale Europea per l’Incisione“ Italien 2001; Deutsche Exlibris-Gesellschaft „Das buchgerechte Exlibris“ 1. Preis 2010

 

 

Vallazza

Ausstellung

 

Markus Vallazza

1936 Geboren am 8. August in St. Ulrich im Grödnertal/Südtirol

1947 Besuch des Priesterseminars Dorf Tirol bei Meran

1954 bis 1956 Holzschnitzer und Zeichner für kirchliche Innenausstattung

1956 bis 1957 Gasthörer am „Istituto d’Arte Porta Romana“ in Florenz bei Prof. Renzo Grazzini

1960 Aufenthalt in Paris. Bekanntschaft mit Alberto Giacometti

1959 Erste Gedichte

1961 Rückkehr aus Paris. Beginn der Lehrtätigkeit als Kunsterzieher an der Kunstschule St. Ulrich 1971 Beginn der Tätigkeit als freischaffender Künstler

1964 Erstes autobiographisches Theaterstück „Ikarus (Die Leidenschaft des Gewissens)“

1965 Besuch des Bildhauers Henry Moore in Perry Green bei London

1966 Erste Radierungen in der Werkstatt des Künstlers Robert Scherer in Brixen/Südtirol

1970 Mitglied der Wiener Secession bis 1975

1974 Arbeitsaufenthalte im renommierten „Laboratorio d’arte grafica“ von Franco Cioppi in Rom

1980 Übersiedlung nach Berlin, danach Aufenthalte in Wien, Südtirol und Augsburg

1985 Bezieht nach der Rückkehr aus Augsburg ein Atelier in Bozen

1988 Begründet gemeinsam mit Paul Flora und dem Verein der Bücherwürmer in Lana den Internationalen Norbert C. Kaser-Preis für Literatur
Auftrag für ein Wandgemälde in der Landesbank Südtirol zu Motiven aus den Dolomitensagen

1990 Verleihung des Ehrentitels „Cavaliere della Repubblica Italiana“

1991 Wechselnde Aufenthalte in Wien und Bozen

Einladung zur Gastprofessur an der „Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg“
Beginn der intensiven bildnerischen Umsetzung der „Göttlichen Komödie“ von Dante Alighieri

1998 Verleihung des „Ehrenzeichens des Landes Tirol“

2003 Dreharbeiten in Wien, Paris und Bozen für das von Traudi Messini gestaltete Filmporträt „Ich zeichne, also bin ich. Markus Vallazza – Eine Begegnung“

2006 Vorarbeiten für die Bände I und II des Gesamtverzeichnisses der von 1966 bis 2006 entstandenen Radierungen, die 2007 bzw. 2008 im Folio Verlag, Wien/Bozen, herausgebracht werden

2 010 Verleihung des „Walther-von-der-Vogelweide“-Preises

Reisen in viele europäische Städte sowie in die UdSSR, die Vereinigten Staaten, nach Kanada, Ägypten, Israel und Marokko

Werke in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen des In- und Auslandes (unter anderem Albertina, Sammlung Essl, Sammlung Peter Infeld, alle Wien; Museum der Moderne, Rupertinum, Salzburg; Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck; Museion, Bozen)

Mappenwerke
„Oswald von Wolkenstein“ (1973), „Daphne“ (1974), „Hop-Frog“ (1976), „Zu Horaz“ (1976), „Puppen“ (1981), „Mein Parnass“ (1984), „Vom Herzzerreißenden der Dinge“ (1992), „Von da und dort“ (1992), „Aus dem Reich der Fanes – Dolomitensagen“ (1994), Dante, „La Divina Commedia“, Teil I: „Inferno“, Teil II: „Purgatorio“ (1999), Teil III: „Paradiso“ (2000), Homer, „Drei Gesänge aus der Odyssee (2002), Karl Kraus, „Die letzten Tage der Menschheit“ (2005)

Einzelausstellungen
Bozen, Salzburg, Wien, Berlin, Innsbruck, Eisenstadt, Leipzig, Ravenna, Halbthurn, Rovereto

Gruppenausstellungen
III. Internationale der Zeichnung. Darmstadt 1970, Maestri de Disegno, Galleria Giulia, Rom 1970, X. Quadriennale, Rom 1972, Große Kunstausstellung, Haus der Kunst, München 1987, 1988, 1990, 1992, 1998, Contemporary German Art, New York 1989, 20. Internationale Graphik Biennale, Ljubljana 1993, Art Tirol, Innsbruck, New York, Pittsburgh, Washington 1993/94, Internationale Graphik Biennale, Krakau 1997, Europa-Ausstellung 2009. Macht des Bildes. Visionen des Göttlichen, Bleiburg 2009

Mit einem Gesamtwerk von über 1300 Radierungen einer der bedeutendsten Zeichner und Radierer Europas

 

 

Wolkenstein 2

 

Oswald von Wolkenstein


Um 1377 – Vermutlich auf Burg Schöneck im Pustertal als zweiter – und deswegen materiell benachteiligter – Sohn der Katharina von Villanders und des Friedrich von Wolkenstein geboren. Beide Familien gehörten zum niederen Adel, waren jedoch schon seit Jahrhunderten zu beträchtlichem Besitz und Ansehen in der Grafschaft Tirol gelangt.

Um 1387–um 1400 – Oswald zieht als Knappe wahrscheinlich in der Obhut eines Ritters des Deutschen Ordens durch Teile Europas; sodann als Ritter auf Kriegszügen in Preußen und Litauen; bereist weite Teile Europas, Nordafrikas und des Vorderen Orients.

Um 1400 – Oswalds Vater stirbt und Oswald kehrt nach Tirol zurück.

1401/1402 – Teilnahme am Italienfeldzug König Ruprechts von der Pfalz (Kaiser von 1400–1410).

1405 – Im Erbschaftsstreit mit seinem Bruder Michael wird Oswald von diesem mit dem Schwert lebensgefährlich verletzt, nachdem er zuvor seine Schwägerin beraubt hatte.

1409–1413 – Oswald ist in Diensten des Bischofs von Brixen tätig unter anderem als Richter. Im nahen Chorherrenstift Neustift erwirbt er 1411 Wohnrecht und wird zum weltlichen Schutzherrn des Klosters ernannt. In den Brixener Jahren Minnedienst-Verhältnis mit der Schulmeistertochter Anna Hausmann aus Brixen.

1415 – Oswald tritt auf dem Konstanzer Konzil am 16. Februar in die Dienste König Siegmunds von Luxemburg (1368-1436, zweiter Sohn Kaiser Karls IV., seit 1387 König von Ungarn, von 1410-1436 deutscher König und Kaiser). In dessen Auftrag 1415/16 Teilnahme an Gesandtschaftsreisen unter anderem nach Portugal (Beteiligung an der Eroberung der maurischen Stadt Ceuta in Nordafrika), Aragon und Frankreich.

1417 – Heirat mit Margarethe von Schwangau (Oberschwaben). Margarethe stammte aus dem hoch angesehenen schwäbischen Geschlecht der reichsunmittelbaren Herren von Schwangau, das für ihren Vorfahren, den Minnesänger Hiltbold von Schwangau, berühmt war. In eigens für seine Ehefrau komponierten Liedern verherrlicht Oswald ihren Adel, ihre Schönheit und ihre reine Sopranstimme. Für sie verfaßte er die schönsten seiner Liebesduette.

1420 (wahrscheinlich) – Herbst: Teilnahme am Hussitenfeldzug. Kurzfristig auf Burg Vyšehrad bei Prag mit anderen Tiroler Rittern eingeschlossen.

1421 – Herbst: Oswald wird von seinen Gegnern – unter anderem im Erbschaftsstreit um Burg Hauenstein (bei Seis) – auf Schloß Forst bei Meran eingesperrt und gefoltert. Herzog Friedrich IV. von Österreich, Landesherr von Tirol, übernimmt den Gefangenen, der als Mitglied des Südtiroler Adelsbunds schon lang gegen den Herzog opponiert hatte, am 17. Dezember in landesherrliche Haft und läßt ihn erst drei Monate später gegen eine hohe Kaution frei.

1425 – Anlage der ersten Liederhandschrift (= Hs. A) auf Pergament, heute: Österreichische Nationalbibliothek Wien, Cod. Vind. 2777.

1427 – 1. März: Nach Querelen, Flucht und erneuter Haft wird Oswald von Herzog Friedrich freigelassen und kann die Hauensteinschen Güter erwerben. Als letztes Mitglied des Tiroler Adelsbunds unterwirft er sich dem österreichischen Landesfürsten Friedrich.

1428 – Aufnahme als Freischöffe in der westfälischen Feme, Abschrift der ‚Ruprechtschen Fragen’
(= älteste und vollständigste Fassung des Femerechts, heute: Wolkenstein-Archiv im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg).

1431–1434 – Oswald nimmt an den Reichstagen in Nürnberg und Ulm teil und begleitet König Siegmund zu seiner Krönung nach Rom. Während seines Italienaufenthalts im Gefolge des Kaisers ensteht vermutlich sein heute weit berühmtes Porträt, das er in die zweite Prachthandschrift mit seinen Liedern einbinden läßt.

1432 – Fertigstellung dieser zweiten Liederhandschrift in Pergament mit lebensechtem Porträt aus der Pisanello-Schule (= Hs. B), die heute in der Universitätsbibliothek Innsbruck (ohne Signatur) aufbewahrt wird. Die Hs. B bildet die Grundlage der wissenschaftlichen Standardausgabe seiner Lieder von Karl Kurt Klein.

1445 – Am 2. August stirbt Oswald in Meran (Alto Adige); er wird nach Neustift bei Brixen (Bressanone) überführt und in der Klosterkirche beigesetzt..

Beitrag RRR